Kita-Bericht 2026: Verlässlichkeit braucht Ressourcen

Paritätischer kritisiert Umschichtung finanzieller Mittel im Bremer Bildungsressort

Hintergrund Spielsachen in einer Kita, vorne Text: 41 % der Bremer Kitas mussten innerhalb von 4 Wochen Familien mehrfach bitten, ihre Kinder wegen Personalmangeld nicht zu bringen oder fürher abzuholen.

Medienmitteilung

Berlin/Bremen, 2. September 2026. Der heute veröffentlichte Kita-Bericht des Paritätischen Gesamtverbandes zeigt: Sinkende Kinderzahlen lösen nicht automatisch die strukturellen Probleme der Kindertagesbetreuung. Entscheidend seien die Rahmenbedingungen, unter denen Einrichtungen arbeiten – insbesondere die tatsächliche Fachkraftausstattung, Ausfallreserven und finanzierte Zeit für Leitung und Qualitätsentwicklung. Die hohe Belastung der Kita-Leitungen ist eines der Ergebnisse des Kita-Berichts 2026: 78 Prozent der Leitungskräfte arbeiten selbst regelmäßig im Gruppendienst, 89 Prozent übernehmen überwiegend Verwaltungsaufgaben, 86 Prozent geben an, im Arbeitsalltag nicht genug Zeit für die konzeptionelle Weiterentwicklung zu haben.

Der Paritätischen Bremen, unter dessen Dach 45 Kita-Träger über 5.700 Betreuungsplätze anbieten, setzt sich seit Jahren für bessere Rahmenbedingungen ein, damit Kitas Verlässlichkeit und Qualität gewährleisten können. Von den 71 in Bremen befragten Kitas gaben 41 Prozent an, dass sie innerhalb von vier Wochen Familien mehrfach bitten mussten, ihre Kinder wegen Personalmangels nicht zu bringen oder früher abzuholen. 28 Prozent mussten dies einmalig tun, nur 31 Prozent haben diese Bitte gar nicht ausgesprochen (siehe S. 24).

„Wenn Familien wiederholt kurzfristig ihre Betreuung umorganisieren müssen, reicht es nicht, allein auf Platzzahlen zu schauen. Verlässlichkeit braucht resiliente Fachkräfte, Kapazitäten für Weiterbildung und ausreichend finanzierte Leitungszeit“, so Lukas Röber, Koordinator des Fachbereichs Kindertagesbetreuung beim Paritätischen Landesverband Bremen.

„Anstatt freiwerdende Kapazitäten und Gelder im Bremer Bildungsressort für andere Zwecke zu nutzen, sollten diese genutzt werden, um das System Kita zu stabilisieren und Qualitätsentwicklung zu fördern“, so Lukas Röber. Der Paritätische Bremen begrüßt, dass Bremen Kita-Plätze und -gebäude erhalten sowie weiter in Ausbau und Sanierung investieren will. Begrüßenswert sei außerdem, dass Bremen mit dem Kita-Sozialindex, bereits eine der zentralen Handlungsempfehlung des Kita-Berichts umsetzt.

Bundesweit wurden Daten und Antworten aus 3.267 Einrichtungen erfasst, damit ist der Kita-Bericht 2026 die bislang größte Datenbasis des Paritätischen.

Der gesamte Kita-Bericht als PDF:
Kita-Bericht 2026 des Paritätischen Gesamtverbands

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