Verein Fluchtraum neues Mitglied im Paritätischen Bremen

Junge Geflüchtete brauchen engagierte Begleitung

Mit jungen Flüchtlingen kommen viele Schicksale in unser Land. Geflohen vor Krieg, Verfolgung, Hunger und Gewalt und auf der Suche nach einem menschenwürdigen Leben und Zukunftsperspektiven brauchen sie Unterstützung in einem fremden Land. Der Verein Fluchtraum e. V. hilft seit 2004 minderjährigen Flüchtlingen durch die Vermittlung von Mentoren und Vormündern. Neuer Arbeitsschwerpunkt wird die Beratung und Unterstützung von jungen volljährigen Flüchtlingen sein.

2004 schlossen sich 10 engagierte Menschen zusammen, um den Verein zu gründen und um Menschen für die Aufgabe der ehrenamtlichen Einzelvormundschaft zu gewinnen. Zu dieser Zeit gab es vorwiegend Amtsvormünder, die sich bei steigenden Fallzahlen kaum individuell um die jungen Menschen kümmern konnten. „Unser Prinzip war und ist es, dass die an dieser Aufgabe Interessierten zunächst als Mentoren den jungen Flüchtling kennenlernen und das dann gemeinsam entschieden wird, ob der Erwachsene auch die rechtliche Vertretung des jungen Menschen übernehmen soll“, sagt Dagmar Koch-Zadi, Leiterin des Vereins. Ob nun als Mentor oder als Vormund, wichtig sei die persönliche Beziehung. Konkret heißt das etwa: Sich im fremden Alltag zurechtfinden, auch gemeinsam etwas unternehmen, Hausaufgabenhilfe oder Unterstützung bei der beruflichen Orientierung. Der Verein vermittelt die Kontakte und bietet den Engagierten Information, Qualifizierung und Beratung an.

Auf der Höhe der Flüchtlingswelle in Deutschland war auch das Interesse an ehrenamtlichem Engagement groß. Im Jahr 2017 wurden rund 350 junge Flüchtlinge durch Ehrenamtliche begleitet.

„Die meisten in Bremen lebenden Flüchtlinge sind mittlerweile volljährig, brauchen aber natürlich weiter Unterstützung, sei es in der gewachsenen Beziehung mit ihren Mentoren oder durch unsere Beratungsangebote“, sagt Mitarbeiterin Lea Böhme. Im Jugendhaus Buchte in Bremens Stadtmitte gibt es zweimal in der Woche ein Jugendcafé, wo junge Geflüchtete Beratung erhalten, Unterstützung beim Schreiben von Bewerbungen, bei Hausaufgaben aber auch sich einfach treffen können, um ihre Freizeit gemeinsam zu verbringen. Im Lagerhaus Schildstraße bietet der Verein regelmäßig Beratung zu Aufenthalt, Asylverfahren und Sozialleistungen an. „Der Aufenthaltsstatus ist für die jungen Geflüchteten immer ein wichtiges Thema. Bei einem unsicheren Status ist es für sie unglaublich schwierig, sich eine Perspektive zu erarbeiten und zum Beispiel eine Ausbildung zu absolvieren“, sagt Koch-Zadi.

Für die Zukunft plant der Verein die Eröffnung eines Zentrums für Beratung und Begegnung, im dem alle Angebote des Vereins unter einem Dach zusammengefasst werden sollen. Angesprochen werden sollen sowohl junge Flüchtlinge, die alleine als auch mit ihren Familien hier leben. „Gerade wenn die Eltern sich selbst noch orientieren müssen, brauchen die jungen Menschen bei Fragen und Problemen auch Unterstützung außerhalb der Familie“, so Koch-Zadi. Finanziert wird dies Angebot vom Bremer Sozialressort.

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