Trans*Beratung in Bremen jetzt besser finanziert

Für alle Fragen rund um geschlechtliche Identität gibt es beim Verein Trans*Recht eine unabhängige, akzeptierende und professionelle Beratung.

„Mit trans* meinen wir alle Menschen, die sich nur teilweise, nicht oder nicht immer ihrem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht zugehörig fühlen“, sagt Vorstandsmitglied Maike Mittelstädt.

Transmenschen haben ganz unterschiedliche Fragen und Probleme. „Vielfach geht es in der Beratung um das innere und äußere coming-out“, sagt Beraterin Freya Pe* von Rüden. Oft sind die Personen selbst unsicher, ob sie trans sind, es geht um Probleme in der Partnerschaft, in der Schule, in der Ausbildung oder am Arbeitsplatz. Und es geht auch um Unterstützung in psychischen Krisen oder bei Diskriminierung.

„Es ist eine individuelle Entscheidung, wie man Transgeschlechtlichkeit lebt und ob man sich dafür entscheidet, eine körperliche Angleichung vorzunehmen“, sagt Mittelstädt. Eine Körperangleichung sei keine Voraussetzung für eine rechtliche Namens- und Personenstandsänderung. Allerdings sind psychiatrische oder ärztliche Gutachten erforderlich, die teuer sein können und privat bezahlt werden müssen.

Seit 2014 ist der Verein Träger der Trans*Beratung in Bremen, seit 2019 auch in der niedersächsischen Weser-Ems-Region und bietet professionelle Peer-Beratung und Rechtsberatung durch eine spezialisierte Rechtsanwältin an. Der Verein ist seit 1.7.2020 Mitglied im Paritätischen Bremen. In Bremen sucht Trans*Recht noch Räume für eine eigene Beratungsstelle, in der auch intergeschlechtliche Personen beraten werden sollen. In Bremerhaven, Bremen-Nord und im niedersächsischen Umland werden Räume von anderen Organisationen genutzt.

Neben der Beratung ist Trans*Recht bundesweit als Rechtshilfeorganisation für Trans*Personen tätig. Der Verein unterstützt bedürftige Trans*Personen bei rechtlichen Auseinandersetzungen z.B. mit den Krankenkassen. Mit seiner Expertise unterstützt Trans*Recht auch in grundsätzlichen Rechtsfällen, 2019 waren dies vor allem die Frage nach der juristischen Anerkennung der Elternschaft von Trans*Personen und die „Dritte Option“ im Personenstandsrecht.

Die Beratungszahlen sind über die Jahre ständig gestiegen, 2019 waren es über 300 Beratungen in Bremen. Die Beratung wird seit diesem Jahr mit 85.000 Euro auch deutlich besser finanziert.

In Corona-Zeiten konnten die offene Beratung, Veranstaltungen und workshops nicht stattfinden. „Offene Angebote und workshops sind sehr wichtig für den Erstkontakt. Wir wollen das wieder anbieten. Nichts geht über face-to-face Kontakte“, so von Rüden.

Zurück