Initiativkreis fordert Bündnis für ein gesundes Leben in Bremen

Ergebnisbericht mit Bürgermeister Carsten Sieling diskutiert

Bremen ist eine der deutschen Großstädte, in der die soziale Spaltung besonders stark ausgeprägt ist. Der Initiativkreis Bremer Armutskonferenz sieht darin und in der hohen Armutsgefährdung eine der größten politischen Herausforderungen für die Gestaltung des Zusammenlebens in der Stadt. Auf diese Problematik wird seit 2013 mit selbstorganisierten, öffentlichen Armutskonferenzen aufmerksam gemacht.

Im Bericht zur Armutskonferenz werden fachlich fundierte Vorschläge zur Bekämpfung der gesundheitlichen Ungleichheit als Folge von Armut entwickelt. Demnach ist eine ressortübergreifende, vom gesamten Bremer Senat zu verantwortende Strategie zur besseren sozialen Integration und für mehr gesundheitliche Chancengleichheit aller Bürger_innen erforderlich, um Armut und damit einhergehende ungleiche Gesundheitschancen in Bremen einzudämmen.

Die Armutskonferenz formuliert in ihrem Ergebnisbericht, welcher den Fokus auf Maßnahmen zur Gesundheitsförderung richtet, folgende zentrale Ziele:

  • Stärkung von Gesundheitsförderung in Kitas und Schulen,
  • Durchsetzung einer neuen Bedarfsplanung für Haus-, Kinder- und Fachärzte, ggf. flankiert durch Anreizprogramme,
  • Entwicklung integrierter Versorgungszentren,
  • finanzielle Absicherung bestehender Angebote zu Gesundheitsförderung und Prävention,
  • umfassende Gesundheitsförderung für Menschen ohne Arbeit,
  • Verbesserung des Fürsorgesystems für ältere Menschen (Vernetzung von Sozialdiensten, Pflege, therapeutischen Praxen etc.).

Um diese Zielsetzungen zu erreichen, fordert der Initiativkreis die Einrichtung eines Bündnisses für ein gesundes Leben in Bremen, in dem Akteur_innen aus Politik, Verwaltung, Träger_innen der Gesundheitseinrichtungen, Kostenträger_innen, Quartiersinitiativen, Selbsthilfegruppen und andere interessierte Einrichtungen stärker vernetzt werden sollen. Im Rahmen des Bündnisses können effektive Strategien für ein gesundes Leben in Bremen erarbeitet bzw. abgestimmt werden. In Hamburg wurde ein solches Bündnis als „Pakt für Prävention“ bereits im Jahr 2010 erfolgreich etabliert.

Der Bericht zur Armutskonferenz wird ebenfalls den Bremer Senator_innen zur Verfügung gestellt. In einem weiteren Schritt diskutiert der Initiativkreis die Ergebnisse der Konferenz auf einer Veranstaltung am 17. Oktober 2018 mit den gesundheitspolitischen Sprecher_innen der in der Bürgerschaft vertretenen Fraktionen. 

Im ‚Initiativkreis Bremer Armutskonferenz‘ arbeiten u.a. der Paritätische Bremen, die Arbeitnehmerkammer Bremen, die Ärztekammer Bremen, die Arbeiterwohlfahrt, der Bremer Rat für Integration, der Bremer Caritasverband, der Deutsche Gewerkschaftsbund, das Diakonische Werk, die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Bremen, das Deutsche Rote Kreuz, die Bremische Evangelische Kirche, der Katholische Gemeindeverband und als Kooperationspartner die Bremer Quartiersmanagerinnen und -manager sowie der Gesundheitstreffpunkt West. Die Zusammensetzung ändert sich jeweils mit der Wahl der Themen. Die Armutskonferenzen werden durch eine Umlage innerhalb des Initiativkreises finanziert.

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