Armut macht krank - Krankheit macht arm

Thomas Lampert (l) referiert über den Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit. Rechts die ModeratorInnen der Veranstaltung Rolf Prigge und Inge Danielzick

Dritte Bremer Armutskonferenz diskutiert Zusammenhang zwischen Armut und Krankheit

Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten am 27. Februar 2018 im Bürgerzentrum Neue Vahr über die Wechselwirkungen zwischen sozialer Lage und Gesundheitsrisiken. „Die Konferenz bietet der besonders von Armut betroffenen Bremer Stadtgesellschaft ein Forum, die Zusammenhänge und Auswirkungen zu benennen und zu diskutieren“, sagt Wolfgang Luz, Sprecher der Bremer Armutskonferenz.

Mit  Dr. Thomas Lampert, Robert Koch Institut Berlin, und Prof. Dr. Gesine Bär, Alice Salomon Hochschule Berlin sprachen zwei bekannte WissenschaftlerInnen über Armut, soziale Ungleichheit und Gesundheit sowie über Herausforderungen an eine gesunde Stadt Bremen. In Workshops wurden Themen wie Gesundheitsförderung in Quartieren oder in Kindergärten und Schulen, das Thema Arbeitslosigkeit und Gesundheit und Gesundheit von armen älteren Menschen diskutiert.

Ein Ziel der Armutskonferenz ist es, gezielte Forderungen an eine aktive kommunale Gesundheitspolitik zu stellen. Benötigt werden besser koordinierte Förderstrategien für Quartiere, in denen viele Menschen mit wenig Geld leben: in Kitas, Grundschulen, Gesundheitstreffs, Arztpraxen, Senioreneinrichtungen und im Job-Center. Vereinzelt gibt es dort bereits Ansätze zur Gesundheitsförderung und Armutsprävention. Diese sind der Ausgangspunkt für Diskussionen über erforderliche Maßnahmen und Konzepte in Bremen im Rahmen der Konferenz.

Armut ist nachweislich das größte Gesundheitsrisiko. Diese Wechselwirkungen zwischen sozialer Lage und der Anfälligkeit für Erkrankungen zeigen sich schon sehr früh. Einerseits wächst der größere Teil der Bremer Kinder immer gesünder auf. Das zeigen die aktuellen Untersuchungen vor der Einschulung aus dem Jahr 2016/2017. Andererseits werden bei jedem dritten Kind aus Ortsteilen, die durch niedrige Familieneinkommen geprägt sind, bereits medizinische Vorerkrankungen diagnostiziert. 17 Prozent dieser Kinder benötigen eine gezielte Therapie. Auch daran zeigt sich, dass Gesundheit weniger das Ergebnis persönlicher Leistung ist, sondern massiv von der finanziellen und sozialen Lebenslage beeinflusst wird.

Den Filmbericht der Konferenz finden Sie hier. Danke an das Frauenprojekt Tessa von Bras e. V.

Die Präsentationen der ReferentInnen  aus dem Plenum und aus den workshops finden Sie hier:

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